Wegen tiefliegenden Wolken gibt es heute Morgen keine Fahrt.
EM 2017 1. Fahrt
Zwei mal HWZ hiess es zum Auftakt der Europameisterschaft. Die Schweizer Teams suchten sich zusammen einen Startplatz. Wir starteten im letzten Drittel des gesamten Feldes, das sich dank der Aufgabenstellung auf die verschiedenen Ziele verteilte.
Mit ungefähr 20 km/h fuhr ich das erste Ziel an. Ich konnte die Richtung am Boden dank den anderen Ballonen gut erkennen, stieg dann aber etwas zu früh in den Dreher nach links ab. Da ich das Gefühl hatte, dass es ganz am Boden wieder etwas zurück dreht, sank ich schnellstmöglich bis zum Boden. Das Abfangmannöver kostete meine Hülle etwas Stoff. Das ist aber lediglich ein ästhetisches Problem, die Meisterschaft können wir so problemlos fortsetzen. Ein beherzter Wurf brachte den Marker noch auf etwa sieben Meter ans Ziel. Das wird vermutlich kein sehr gutes Resultat.
Am zweiten Ziel gelang mir die Anfahrt wesentlich besser. Jedoch galt es hier den Marker fallen zu lassen. Die Ablage von ungefähr sechs Metern sollte einige Punkte bringen.
Die Meisterschaft ist lanciert. Es sind noch neun geplante Fahrten vor uns…



EM 2017 Training
Mittlerweile sind wir gut in Brissac angekommen. Der Pneu konnte für 29 Euro hier vor Ort repariert werden. Unsere Unterkunft ist ideal gelegen und perfekt ausgestattet.
Wir haben mit der Nationalmannschaft zwei Morgen-Trainingsfahrten absolviert um die Abläufe einzustudieren und die wunderschöne Gegend kennen zu lernen. Ausserdem habe ich dutzende Marker geworfen und verschiedene Aufgaben trainiert.
Die Organisation lässt – insbesondere nach den Erfahrungen der WM in Japan – etwas zu wünschen übrig. Wir hoffen, dass sich einiges noch verbessern wird. So brauchten wir beispielsweise zum Gas tanken heute beinahe zwei Stunden. Gepaart mit der Wetterprognose, die immer noch sehr gut aussieht, könnte das eine sehr lange und anstrengende Woche werden.
Morgen Dienstag geht es dann endlich los. Am Nachmittag ist General Briefing und danach, um 18.00 Uhr das erste Aufgabenbriefing. Ich werde versuchen nach den Fahrten hier jeweils kurz zu berichten.










Erste Komplikationen
Als wir heute Morgen nach unserem Zwischenhalt vor Auxerre weiterfahren wollten, bemerkten wir einen platten Reifen hinten links. Mittlerweile ist das vollwertige Reserverad montiert und mit der Garage in Brissac vereinbart, dass wir vorbeikommen um einen neuen Pneu zu bestellen. So schliessen wir bereits erste Bekanntschaften 😉



Europameisterschaft 2017 in Brissac
Vom 22. bis zum 27. August findet im französischen Brissac-Quincé die 20. FAI Heissluftballon Europameisterschaft statt. Bereits zum dritten Mal dürfen wir an einer Europameisterschaft teilnehmen. 2013 und 2015 haben wir jeweils den 21. Schlussrang belegt. Sehr gerne würden wir das in diesem Jahr verbessern. Das wird aber keinesfalls einfach.
Insgesamt nehmen 84 Piloten teil, die sich in ihrem landesspezifischen Verfahren qualifizieren mussten (dem deutschen System zum Opfer gefallen ist beispielsweise Pascal Kreins, der vor zwei Jahren noch den sehr guten siebten Schlussrang belegte). Aus der Schweiz darf dank den guten Resultaten in Ungarn 2015 die gesamte Nationalmannschaft teilnehmen. Neben uns sind das die Teams um Gian-Marco Nacht, Nicole Vogel, David Hochreutener, Marc Blaser, René Erni und den Titelverteidiger und Topfavoriten Stefan Zeberli. Es gibt aber viele Piloten, welche hier ein Wort mitreden möchten. Dominic und David Bareford aus Grossbritannien, Rokas und Rimas Kostiuskevicius aus Litauen, Ivan Ayala aus Spanien, Steven Vlegels aus Belgien, Uwe Schneider, Sven Göhler und David Strasmann aus Deutschland, Sergey Latypov aus Russland und Nicolas Schwartz aus Frankreich sind die Namen aus Europa welche an vergangenen grossen Meisterschaften (EM, WM und World Air Games) regelmässig vorne auftauchten. Natürlich sind das auch die Piloten welche in Brissac wieder zu favorisieren sind. Diese Liste ist jedoch nicht abschliessend. Es gibt etliche Piloten mit jahrelanger Wettkampferfahrung, denen eine sehr gute Platzierung zuzutrauen ist und zu guter Letzt sind da noch die etwas unerfahreneren Piloten welche sich erst in der europäischen Spitze etablieren möchten. Es wird ganz sicher sehr spannend im Kampf um die vorderen Plätze.
Die langfristigen Wetterprognosen sehen sehr gut aus. Entscheidend wird dann kurzfristig auch noch die Stärke des Windes sein. Wir hoffen, dass möglichst viele der zehn geplanten Fahrten stattfinden können.
Mein Team besteht aus meinen Eltern Elsbeth und Christian, Helen sowie Alex Heiz und Christian Weiss, welche 2016 mit in Horb waren. Wir werden den Wettbewerb mit zwei Autos bestreiten. Der Schwertransport mit Anhänger ist bereits auf dem Weg und wird die Schweiz über Basel in absehbarer Zeit verlassen. Wir freuen uns auf ein weiteres Ballonabenteuer und sind gespannt was dabei heraus kommt wenn wir uns mit den besten Piloten Europas messen…