Debrecen 4. Fahrt

Qual der Wahl, Fly In, Elbow und ein Fly On in der Luft gab es heute Morgen, alles in beliebiger Reihenfolge zu lösen. Wir entschieden uns, zuerst das Fly On zu setzen, dann das Fly In und erst danach das Qual der Wahl Ziel anzufahren. Den Ellenbogen fuhren wir dann zum Nachtisch.

Beim Fly On stieg ich etwas zu schnell auf und loggerte einiges zu hoch. Eigentlich hätte ich das Ziel noch drei Mal umdeklarieren können, entschied mich aber in diesem Moment dagegen. Das wird kein Glanzresultat. Beim Fly In verliess ich mich auf einen Wind nach Westen, welcher bei meiner Zielanfahrt aber bereits einige Grad nach Süden gedreht hatte. So fuhr ich an der MMA vorbei. Das wird sich sehr schlecht auswirken. Das Qual der Wahl gelang mit rund sechs Metern bei einem Gravity Drop gut. Der Ellenbogen ist sehr schwierig einzuschätzen. Eine grosse Richtungsänderung gelang mir aber nicht. Die Frage wird sein was die anderen Piloten erreichen konnten. Erneut eine eher durchzogene Fahrt. Heute Abend wird eventuell eine Pause eingelegt. Der Wettbewerbsleiter hat diese Möglichkeit um die Erholung der Piloten bei solchen Wetterbedingungen sicherzustellen. Die Entscheidung wird am Nachmittag gefällt. Da die beiden Abendfahrten für uns bisher katastrophal verliefen, ist diese Pause vielleicht genau was wir brauchen.

Debrecen 3. Fahrt

Nach den ersten zwei Fahrten lagen wir auf dem 33. Zwischenrang. Soweit so gut.

Heute Abend gab es ein Qual der Wahl von einem gemeinsamen Startplatz. Ziemlich bald war klar, dass alle Ballone versuchen würden zum selben Ziel im Süden zu kommen. Der ganz grosse Teil der Piloten versuchte ganz am Boden möglichst nahe ans Ziel zu fahren. Hinter uns drehte der Wind mehr nach links, was dazu führen wird, dass wir eher wenige Punkte erhalten werden. Ganz ans Ziel schaffte es wohl keiner der Ballone. Die staubtrockenen Wege hier führen in Kombination mit den vielen Autos zu spektakulären „Bodennebeln“ durch welche sich die Nachfahrer und manchmal auch die Ballone zu kämpfen haben.

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Debrecen 2. Fahrt

Pilot Declared Goal, Fly In, Qual der Wahl und einen Land Run gab es heute Morgen zu lösen. Am ersten Ziel gelang mir aus relativ grosser Höhe ein sehr guter Markerwurf. Am zweiten Ziel drehte der Wind am Boden weniger als erwartet nach links. So markerten wir relativ weit weg. Hier werden die meisten anderen Ballone besser gepunktet haben. Am Qual der Wahl konnten wir den Marker nicht in der MMA platzieren. Der Land Run ist schwierig einzuschätzen, war aber wohl nicht schlecht. Alles in allem eine durchzogene Fahrt. Das haben wir uns etwas anders vorgestellt. Das Steigerungspotenzial ist vorhanden.

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Debrecen 1. Fahrt

Nach vier Trainingsfahrten ging es heute Abend los. Eine Aufgabe wurde noch auf dem gemeinsamen Startplatz gestrichen, weil die Winde in alle Richtungen gingen, nur nicht da hin wo die Prognose das wollte. So gab es noch ein Pilot Declared Goal in der Luft zu lösen, bei welchem zwei Ziele deklariert werden konnten. Ich deklarierte meine Ziele nicht schlecht. Trotzdem fuhr ich zwischen den beiden hindurch. Die Windruchtungen wechselten praktisch im Minutentakt. Ich gab mich mit einem schlechten Resultat beim östlichen Ziel nicht zufrieden, stieg auf um nach Westen zu fahren und fand nur noch Winde nach Süden. So kam es, dass aus dem schlechten Resultat ein sehr schlechtes wurde. Eine Ablage von ungefähr 800 Metern wird hier so gut wie nichts Wert sein. Morgen früh beginnt die Aufholjagd…

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Road to Debrecen

Vom 11. bis zum 18. August findet die 19. Europameisterschaft der Heissluftballone in Debrecen (Ungarn) statt. Insgesamt nehmen rund 100 Pilotinnen und Piloten teil. Aus der Schweiz sind mit Stefan Zeberli, Marc Blaser, David Hochreutener, Nicole Vogel und Gian-Marco Nacht neben uns noch fünf weitere Teams am Start. Für uns ist es nach Polen 2013 die zweite Europameisterschaft. Mit grossem Respekt blicken wir auf diese erste grosse Meisterschaft für unser Team zurück. Damals beendeten wir die EM nach Fahrten bei sehr viel Wind und verschiedenen Materialdefekten auf Rang 21 von 81 Ballonen. Trotz noch grösserem Teilnehmerfeld und auch wenn wir nach wie vor zu den Neulingen in der internationalen Ballonwettkampf-Szene zählen, erhoffen wir uns in diesem Jahr eine noch bessere Rangierung. Die Prognosen für die nächsten Tage sehen sehr schönes und äusserst heisses Wetter mit Temperaturen über 35 Grad vor. Ich werde versuchen an dieser Stelle wie gewohnt zeitnah zu berichten. Für allfällige Fehler aufgrund der verschwitzten Finger entschuldige ich mich im Voraus.

Gemeinsam mit meinen Eltern befinde ich mich bereits auf dem Weg nach Ungarn. Helen und Boris werden am Samstag mit dem Flugzeug nachreisen und unsere Stamm-Mannschaft komplettieren. Bei angesagten zwölf Wettbewerbsfahrten und weiteren fünf Trainingsfahrten ist jedes Teammitglied besonders gefordert. Hoffen wir, dass wir von guten Ergebnissen motiviert werden…

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