{"id":229,"date":"2011-08-22T20:09:35","date_gmt":"2011-08-22T18:09:35","guid":{"rendered":"http:\/\/hugiballon.wordpress.com\/?p=229"},"modified":"2014-01-13T22:22:24","modified_gmt":"2014-01-13T21:22:24","slug":"thuringer-montgolfiade-in-heldburg","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.hugiballon.ch\/?p=229","title":{"rendered":"Th\u00fcringer Montgolfiade in Heldburg"},"content":{"rendered":"<p>Zum ersten Mal \u00fcberhaupt nahm ich, vom 19. bis zum 21. August 2011, an einem \u201erichtigen\u201c Wettbewerb f\u00fcr Heissluftballone teil. Mein Team bestand aus Boris Ramp, Helen B\u00fcchi und nat\u00fcrlich meinem Vater Christian. W\u00e4hrend Boris und Helen die \u00fcberragende Bodencrew bildeten (sogar bei einer Reissbahnlandung waren sie vor Ort bevor die H\u00fclle auf dem Boden lag) besch\u00e4ftigten wir uns mit den abwechslungsreichen, herausfordernden Aufgaben welche von Werner Trippler und Siegrid Ibes gestellt wurden. Gewertet wurde mit den CAI-Loggern und Messteams.<\/p>\n<p>Nach der Anreise stand gleich das Generalbriefing und danach ein Fly In auf den Startplatz in Heldburg an. Dieses wurde aber aufgrund von starken Winden kurzfristig \u00fcber Funk abgesagt. Danach hiess es ab zum Night-Glowing. Vor \u00fcber tausend Zuschauern pr\u00e4sentierten wir unseren Ballon erstmals nachts.<\/p>\n<p>Am Samstag ging es nach kurzem Schlaf bereits um 5.00 Uhr los mit dem Fr\u00fchst\u00fcck. Danach stand das Briefing an. Vier Aufgaben wurden gestellt. Qual der Wahl, Fly In, Dreiecksfl\u00e4che und Maximum Distance bis zu einem L\u00e4ngengrad nahe dem Kartenrand. Die Qual der Wahl wurde mit dem Track des Loggers gemessen. Wir brauchten also lediglich m\u00f6glichst nahe an die Ziele zu fahren, und die kleinste Distanz wurde automatisch als Ergebnis genommen. Wir w\u00e4hlten den Startplatz so, dass zwei Qual der Wahl Ziele zwischen uns und dem Fly In platziert waren. In mittlerer H\u00f6he fuhren wir das erste Ziel an, welches virtuell und auf 2000 Fuss \u00fcber Meer gelegen war. Etwas hektisch sanken wir ab und stiegen wieder auf, um uns m\u00f6glichst gut f\u00fcr das Fly In zu platzieren. Dort stiegen wir aber zu fr\u00fch ab. Das trieb uns zwar nah an das zweite Ziel der Qual der Wahl, gab aber eine schlechte Wertung f\u00fcr das Fly In. Mit dem Logger-Marker schlossen wir diese Aufgabe ab, da uns sonst die Zeit f\u00fcr die Dreiecksfl\u00e4che und die Maximum Distance gefehlt h\u00e4tte. Die ersten zwei Aufgaben gingen wir \u00fcberhastet und mit flatternden Nerven an. Zwei Mal 357 Punkte waren der Dank. Unsere Dreiecksfl\u00e4che war schwierig einzusch\u00e4tzen. Wir setzten den Startpunkt, fuhren mit ca. 50 Grad Fahrtrichtung nach Nordosten, setzten den Scheitel des Dreiecks und fuhren danach mit ca. 120 Grad nach S\u00fcdosten. Danach stiegen wir in die z\u00fcgigen H\u00f6henwinde um mit etwas \u00fcber 30 km\/h bis an den Kartenrand zu fahren. F\u00fcr eine Wertung mussten wir aber bis 9.00 Uhr innerhalb des Wertungsgebietes unter 3000 Fuss gesunken sein. Wir wussten, dass nicht viele Ballone so weit gekommen waren, also beschlossen wir auf Nummer sicher zu gehen. So sanken wir \u00fcber der Stadt Coburg auf die erforderte H\u00f6he und suchten uns danach einen Landeplatz. Ich staunte nicht schlecht, als auf der Aufgabenwertung zur Dreiecksfl\u00e4che mein Name zuoberst auftauchte. Meine erste Fahrt an einem Wettbewerb dieser Art, und schon hatte ich meinen ersten \u201eTausender\u201c. Die Maximum Distance brachte ebenfalls hervorragende 962 Punkte. Insgesamt also eine gute erste Fahrt, obwohl die beiden ersten Aufgaben schon etwas entt\u00e4uschend verliefen.<\/p>\n<p>Wenn ich schreibe, die Aufgaben verliefen entt\u00e4uschend, dann ist das noch nichts gegen meine Stimmung am Samstagabend. Alle 14 Ballone starteten gemeinsam auf dem CLP in Heldburg. Zuerst galt es, w\u00e4hrend 30 Minuten eine m\u00f6glichst kleine Distanz zur\u00fcckzulegen, eine Minimum Distance mit Zeitvorgabe also. Wir \u00fcberstiegen eine Schafherde in Fahrtrichtung und sanken danach auf wenige Zentimeter \u00fcber Boden ab. Die R\u00fccksicht auf die Tiere hatte uns allerdings bereits zu weit weg getrieben um noch ein Glanzresultat zu erreichen. Die anderen Piloten blieben tief. Mein Vater parkierte den Ballon mit seiner jahrelangen Erfahrung und seinem fahrerischen K\u00f6nnen hinter den B\u00e4umen, w\u00e4hrend ich die Ziele f\u00fcr das anschliessende Fly On in den Logger eintippte. Es galt, drei Ziele zu deklarieren. Danach hatten wir drei elektronische Marker zur Verf\u00fcgung. Der Durchschnitt der beiden kleinsten Distanzen zu\u00a0zwei der drei Ziele wurde gewertet. Die Hitze bekam mir irgendwie nicht gut. Ich rechnete mit einem offensichtlich lokalen Bodenwind statt mich auf die stabileren H\u00f6henwinde zu verlassen. Wir drohten weit links an den Fly On Zielen vorbeizufahren also beschlossen wir, aufzusteigen um einen Track mehr nach rechts zu erreichen. Das klappte auch, jedoch erst in \u00fcber 9000 Fuss H\u00f6he. Da die Wertung in 3D erfolgte, sanken wir vor dem markern ab, um das Ergebnis ein wenig zu verbessern, hatte ich die Ziele doch auf 1500 Fuss H\u00f6he angesetzt. Lausige 2805 Meter Distanz gaben tats\u00e4chlich noch 357 Punkte, dank den Piloten welche den Logger-Marker gar nicht dr\u00fcckten. Die Minimum Distance ergab immerhin 500 Punkte. Unsere schlechteste Fahrt an diesem Wochenende. Ein beruhigender Faktor war, dass ich mir genau bewusst war, was wir falsch gemacht hatten.<\/p>\n<p>Am Sonntagmorgen standen dann die Aufgaben 7, 8 und 9 an. Die Winde waren gut steuerbar. So erreichten wir das Fly In Ziel gut. Den Marker durften wir nicht werfen sondern mussten ihn fallenlassen. Statt \u00fcber das Ziel hinauszufahren versuchte ich abzusinken. Das f\u00fchrte uns daran vorbei und wir erreichten eine Ablage von 29,44 Metern, was 571 Punkte einbrachte. Das w\u00e4re sicher besser gegangen. Die positive Seite war, dass das Fly On Ziel, welches ich bereits vor dem Start deklariert hatte, genau \u00fcber dem Fly In Ziel in 1050 Fuss \u00fcber Meer und damit einige Meter \u00fcber dem Boden lag. Zeitgleich mit dem Markerdrop dr\u00fcckte ich die OK-Taste f\u00fcr den elektronischen Marker f\u00fcr das Fly On. 39 Meter f\u00fchrten zu meiner zweiten 1000-Punkte-Wertung dieses Wochenendes. Eigentlich dachte ich nicht, dass diese Wertung so gut ausfallen w\u00fcrde. Damit konnten wir uns jetzt aber als erster Ballon im Feld dem Winkel zuwenden. Es galt, einen m\u00f6glichst grossen Winkel zur Richtung 360 Grad zu fahren. 180 Grad waren also das Optimum. Wir fanden eine langsame Windstr\u00f6mung wenige Meter \u00fcber Boden, welche uns in Richtung 160 Grad trieb. Es galt jetzt, drei Kilometer weit von der letzten Wertung weg zu fahren, bevor der Winkel g\u00fcltig wurde. \u00dcber Heldburg fuhren wir mit 6 km\/h hinweg. Danach wurde es immer langsamer. Nach 2,6 Kilometern schlief der Wind ein. Wir standen einer exzellenten Wertung unglaublich nahe. Dennoch mussten wir schauen, dass uns nicht das Gas ausging und wir gar keine Wertung bekamen. Sven G\u00f6hler war unterdessen n\u00f6rdlich von uns in grosse H\u00f6hen aufgestiegen und bewegte sich auf uns zu. Wir beschlossen so schnell wie m\u00f6glich ebenfalls aufzusteigen. Der Wind f\u00fchrte uns, nachdem wir beim\u00a0Aufsteigen zur\u00fcck nach Norden versetzt wurden,\u00a0leicht nach S\u00fcdosten und wir konnten immerhin einen Winkel von 92,4 Grad erreichen. Eigentlich dachte ich, das m\u00fcsste dank unserer\u00a0anf\u00e4nglichen Fahrt nach S\u00fcden f\u00fcr eine gute Wertung reichen. Tat es nicht. Es gab lediglich 429 Punkte daf\u00fcr. Schade, besonders wenn man bedenkt, was drin gelegen w\u00e4re, h\u00e4tten wir die letzten 400 Meter in Richtung S\u00fcdosten auch noch gepackt. Aber genau diese Unsicherheiten machen den Ballonsport so faszinierend. Damit war der Wettbewerb auch bereits vorbei.<\/p>\n<p>Schlussendlich resultierte der 5. Gesamtrang, mit einem Schnitt von 614,8 Punkten. F\u00fcr meinen ersten Wettbewerb ein gutes Ergebnis, immerhin habe ich erfahrene Ballonwettfahrer hinter mir lassen k\u00f6nnen. Trotzdem gibt es einiges an Verbesserungspotenzial. Alles in allem ein sehr lehrreicher Event auf dem sich f\u00fcr die Zukunft aufbauen l\u00e4sst.<\/p>\n<p>Eine \u00dcbersicht der Ergebnisse gibt es auf der Homepage von Werner Trippler: <a href=\"http:\/\/www.tripleair.eu\/thueringen2011ergebnisse.pdf\">Resultate<\/a><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/thueringer-montgolfiade.de\">Hier<\/a> die offizielle Homepage der Veranstaltung.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zum ersten Mal \u00fcberhaupt nahm ich, vom 19. bis zum 21. August 2011, an einem \u201erichtigen\u201c Wettbewerb f\u00fcr Heissluftballone teil. Mein Team bestand aus Boris Ramp, Helen B\u00fcchi und nat\u00fcrlich meinem Vater Christian. 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