Die Modelle sagten es schon lange voraus: Heute Morgen herrschte starker Wind. Bereits als wir vor dem Hangar beim Flugplatz von Wloclawek auf das Briefing warteten, begannen erste Böen bis zum Boden durchzugreifen. Viele rechneten damit, dass die Fahrt abgesagt wird. Erste Windmessungen zeigten bereits Geschwindigkeiten bis zu 60 km/h in tiefen Schichten. Nichts desto trotz: Der Wettkampfdirektor heisst Mathijs de Bruijn und das ist der Mann, der uns im letzten Jahr bei tief hängenden Wolken im Regen fahren liess und der selber aktiv Wettbewerbe mit Fallschirm und Helm bestreitet. Es wurde gestartet!
Es gab drei Tasks zu lösen. Zuerst zwei Qual der Wahl Aufgaben, danach noch ein Judge Declared Goal. Die HWZ lagen nahe beieinander. Grundsätzlich waren die Richtungen gut steuerbar, aber mit Geschwindigkeiten bis zu 60 km/h, und das 300 Meter über Boden. Gestartet wurde bereits mit ordentlich Wind vom CLP. Wir wollten möglichst schnell rauskommen, was auch ziemlich gut gelang. Vielleicht ungefähr als zehnter Ballon konnte ich die Ziele anfahren. Die ganze Fahrt dauerte 18 Minuten. Markern konnte ich bei allen Zielen, und das obwohl bei diesen Geschwindigkeiten auch noch Gravity Drops verlangt waren. Das erste HWZ lief mittelmässig, das letzte Ziel leider etwas schlecht. Die Anfahrt auf das zweite HWZ verlief wie gewünscht, beinahe schon perfekt. Ich sank mit zwei bis drei Metern pro Sekunde in etwa 200 Metern über Grund. Trotz wiederholten Brennerstössen sank der Ballon immer schneller. Als ich in den Linksdreher in der Grundschicht kam, drückte es einige Kubikmeter Volumen aus dem Ballon. Trotz heftigstem Einsatz des Doppelbrenners gelang es mir nicht, eine Bodenberührung des Korbes direkt neben dem Zielkreuz zu verhindern. Der Marker lag zwar sehr nahe, der Ground Contact wird aber mit Punktabzug bestraft werden.
Bei der Landung fuhr ein schwedischer Pilot mit seinem Korb in unsere liegende Hülle, was aber an unserem Ballon keine Schäden hinterliess. Leider zerbrachen ebenfalls bei der Landung zwei Brennerstützen, welche ein Teil des Teams jetzt zu reparieren oder ersetzen versucht.
Resultatmässig ist der Ground Contact und die schlechte Anfahrt auf das dritte Ziel ein kleiner Dämpfer nach den guten Trainings. Grundsätzlich war das eine äusserst anspruchsvolle Fahrt mit vielen kritischen Situationen. Der Wettkampfdirektor betonte noch gestern am General Briefing, dass der Weltverband ihn beauftragt habe, dafür zu sorgen, Kollisionen zu verhindern und die Tasks so zu setzen, dass nicht alle Ballone am selben Ort sind. Trotzdem liess er uns heute Morgen alle vom selben Startplatz starten und setzte drei Aufgaben am Boden, wo alle Ballone hin wollten. Die Qual der Wahl Ziele waren so nahe beieinander, dass das nicht zu einer Separation führte.
Leider sieht das Wetter für die kommenden Tage nicht gut aus. Vielleicht können wir Morgen zwei Fahrten machen. Heute Abend sieht es nach Regen aus.
Wir hoffen auf bessere und sichere Bedingungen und warten natürlich trotz allem gespannt auf die Ergebnisse.
Heieiei, was isch denn das füren Hoschi. Gfährlichi Sache laht er eu da mache?!
Aber nur Muet Team Hugi! =D …und doch nöd z’viel Risiko iigah..